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| TANDiEM Integrationsunternehmen berufliche Eingliederung junger, behinderter Menschen in Stuttgart / Bad Cannstatt (D) „Bei uns stehen die Menschen mit all ihren Fähigkeiten und Einschränkungen, mit ihren Stärken und Schwächen im Mittel- punkt. Wir geben ihnen den Raum und die Möglichkeit zur individuellen Entfaltung und Weiterentwicklung“ (aus dem Leitbild des Anna Haag Mehrgenerationenhaus). Das Anna-Haag-Haus ist eine intergenerative, soziale Einrichtung in Stuttgart. Das ursprünglich als Wohnheim für alleinstehende Frauen erbaute Haus trägt den Namen der Stuttgarter Schrift- |
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| stellerin, Frauenrechtlerin, Politikerin und Pazifistin Anna Haag (1888–1982). | ||||
| Die Louis Leitz Stiftung förderte von 2002 bis 2008 die Vermittlungs- und Beratungsstelle der Bildungsstätte des Anna-Haag-Hauses; seit 2009 unterstützt sie den Aufbau von TANDiEM – einer Tochtergesellschaft des Hauses – im Bereich der intensiven Begleitung der behinderten Mitarbeiter/innen des Integrationsunternehmens. Anna Haag Mehrgenerationenhaus Heute leben, lernen und spielen hier mehrere Generationen wie in einer Groß- familie unter einem Dach. Die Kinder der Kindertagesstätte, die jungen Leute der Bildungsstätte und die Seniorinnen und |
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| Senioren des Seniorenzentrums bilden eine lebendige Gemeinschaft. Die Offenheit und Atmosphäre des Hauses, die täglichen Begegnungen und gemeinsamen Aktivi- täten der verschiedenen Lebensalter fördern nicht nur das Verständnis der Genera- tionen untereinander, sondern tragen entscheidend zu einer positiven Entwicklung des Selbstwertgefühls und der sozialen Fähigkeiten bei Alt und Jung bei. |
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| Ausbildung und Arbeit unter einem Dach Die Arbeitsschwerpunkte des Anna Haag Mehrgenerationenhauses sind:
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| Viele Menschen mit Behinderung entwickeln ihre Potentiale zeit- verzögert Behinderte Menschen benötigen bestimm- te Rahmenbedingungen, die ihnen helfen, ihre Fähigkeiten und ihr Leistungs- vermögen tatsächlich auszuschöpfen, denn bei ihnen finden Entwicklungs- schritte meist zeitverzögert statt. Die Gegebenheiten unserer modernen, immer schneller funktionierenden Arbeitswelt schließen leider jedoch allzu oft aus, dass ihnen diese Bedingungen geboten werden. So wurden in den vergangenen Jahren mehr und mehr junge Behinderte trotz hoher persönlicher Motivation und Leistungsbereitschaft automatisch von |
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| der Teilhabe am Erwerbsleben ausgeschlossen und von vorneherein und auf Dauer im „Schutzraum“ Behindertenwerkstätte untergebracht. Dieser Entwicklung gegen- zusteuern ist das Ziel eines neuen Typs von Integrationsunternehmen, wie es der Anna Haag Mehrgenerationenhaus e.V. auf die Beine gestellt hat. |
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| Sprungbrett statt Nische: TANDiEM beschreitet neue Wege Mit der Gründung der TANDiEM gGmbH im Juli 2007 folgt das Anna-Haag-Haus einem völlig neuen Ansatz, der Betreuung, Qualifizierung und Vermittlung als Kern- bereich des Unternehmens definiert und dementsprechend darauf ausgerichtet ist, jungen Menschen mit geistigen Behin- derungen den Übergang in sozial- versicherungspflichtige Beschäftigungen zu ermöglichen. „TANDiEM baut eine Brücke für die jungen Menschen mit Behinderung, das Integrations- unternehmen wird zum Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt“, fasst Jörg Schnatterer, der hochengagierte Vorstand |
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| des Anna Haag Mehrgenerationenhaus und Geschäftsführer der TANDiEM gGmbH die Besonderheiten des Unternehmens zusammen. |
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| Schritte hin zu einem eigenständigen, selbstbestimmten Leben Im ersten Schritt schließt also TANDiEM selbst mit seinen Mitarbeiter/innen auf zwei Jahre befristete Arbeitsverträge zu Tarifbedingungen ab. Diese sozial- versicherungspflichtige Tätigkeit bedeutet für die Beschäftigten in erster Linie Grundlage ihrer wirtschaftlichen Absicher- ung durch Teilhabe am „normalen“ Erwerbsleben. Daneben soll diese aber den Einstieg bzw. Übergang in dauerhafte Arbeitsverhältnisse bei externen Dienst- leistungsunternehmen fördern und er- möglichen. Die Befristung auf 2 Jahre ist bewusst |
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| gewählt, um auch deutlich zu machen, dass danach der Wechsel in den regulären Arbeitsmarkt angestrebt wird. In diesen zwei Jahren findet durch das Zusammenspiel von Beschäftigung im Unternehmen selbst, internen Trainings und Arbeits- erprobungen in externen Betrieben eine intensive Schulung, Förderung und Motivierung der Mitarbeiter/innen statt, die sie schließlich zum Wechsel in den ersten Arbeitsmarkt befähigt. Auch dieser Schritt wird intensiv und ganz individuell von einem TANDiEM Integrationsfachberater vorbereitet und begleitet, wobei im Anschluss an die Vermittlungsphase auch eine längere, wenn notwendig mehrjährige, Nachbetreuung vorgesehen ist, um die dauerhafte Eingliederung zu unterstützen und zu stabilisieren. Falls eine externe Vermittlung nicht möglich ist oder auch nicht sinnvoll erscheint, kann auch ein Dauerarbeitsverhältnis im Integrationsunternehmen selbst begründet werden. In Einzelfällen kann am Ende auch die Entscheidung stehen, dass für diese/n Mitarbeiter/in eine Werkstätte für behinderte Menschen doch der richtige Arbeitsplatz ist. |
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| Einer von derzeit zehn behinderten Mitarbeitern: eine positive Entwicklung Arif Ünlü, der 2002 von einer Sonder- schule ins Anna-Haag-Haus kam, ist zu 100% schwerbehindert und absolvierte bis 2005 als erster männlicher Teilnehmer die Fördergruppe. Dort integrierte er sich gut, war hoch motiviert und konnte durch seine Kraft und Ausdauer auch bei Aufgaben eingesetzt werden, die für die „Mädchen“ körperlich zu anstrengend waren. Arif machte gute Fortschritte, konnte jedoch in den Bereichen Selbst- ständigkeit und Arbeitstempo nicht den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes standhalten. Es gab für ihn im Anschluss |
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| an die Fördermaßnahme keine Möglichkeit
der Integration und so wurde er 2005 in eine Werkstätte für behinderte Menschen aufgenommen. Mitte 2007 brachte die Gründung der TANDiEM gGmbH für Arif neue Perspektiven: er wurde als Mitarbeiter eingestellt, er arbeitete in der Hausreinigung und wurde weiter qualifiziert. Schritt für Schritt lernte er, seine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, sein Arbeitstempo zu steigern und seine Arbeitsergebnisse selbst zu kontrollieren. Gleichzeitig zeigte sich, dass seine Stärke eher im Bereich Grobmotorik liegt, Fein- arbeiten liegen ihm weniger. Arif konnte sich neben der Gebäudereinigung den Bereich der Lagerhaltung (Baumarkt, Getränkegroßhandel) als seinen zukünftigen Arbeitsplatz vorstellen. Ein Praktikum bei einem städtischen Bauhof bestätigte Arifs positive Entwicklung. TANDiEM setzte nun alles daran, den passenden Arbeitgeber zu finden. Und nach einem weiteren Betriebspraktikum war es schließlich so weit: Im September 2009 wechselte Arif in den ersten Arbeitsmarkt, er bekam eine Stelle als Gebäudereiniger bei einem inhabergeführten Backwarenunternehmen. |
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| Eine Herausforderung: sich am Markt zu behaupten Das große Ziel des Integrations- unternehmens TANDiEM besteht darin, in fünf Jahren 50 Arbeitsplätze (davon rund die Hälfte für junge Menschen mit Behinderung) zu schaffen, dabei für jede/n den individuell passenden Platz zu finden und gleichzeitig marktfähige Dienstleistungen zu marktgerechten Preisen zu bieten. Die Geschäftsbereiche des haus- wirtschaftlichen Volldienstleisters decken dabei ein weites Spektrum ab und reichen von Gebäudereinigung über Wäscherei mit Hol- und Bringservice, der Vermittlung von |
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| Hauswirtschaftshilfen, Catering und Speiseversorgung bis hin zu Gebäude- management. Auch ein hauseigenes Café wird erfolgreich vom Unternehmen betrieben. Die in den letzten 30 Jahren aufgebauten Kontakte und Strukturen, die langjährigen Erfahrungen und das umfassende Know-how des Anna-Haag-Hauses bezüglich der Schulung, Förderung und Vermittlung junger Menschen mit Behinderung stützen die Überzeugung, dass TANDiEM auf einem guten Weg ist. Eine betriebswirtschaftliche Stellungnahme der Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte (FAF), die zu einem Förderantrag an „Aktion Mensch“ erstellt wurde, bescheinigt dem Unter- nehmen, dass es wirtschaftlich bestehen kann. |
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| Warum gerade TANDiEM? „Ein ganz persönlicher Grund dafür, dass mich als Projektpatin dieses Projekt auf Anhieb begeistert hat, besteht natürlich darin, dass ich als Mutter und Großmutter von mehreren Kindern es immer wieder als ein ganz großes Glück empfunden habe, gesunde Kinder in liebevoller und ge- borgener Umgebung aufwachsen zu |
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| sehen. Deshalb bin ich wirklich dankbar für die Möglichkeit, mich – wenn auch nur in sehr kleinem Rahmen – für weniger privilegierte, junge Leute einsetzen zu können. Dass auch diese schwerbehinderten jungen Menschen im Anna-Haag-Haus so viel Zuwendung, Liebe und Geborgenheit erfahren, ist sicherlich der wichtigste Baustein für ihre Zukunft; daneben aber haben sie auch ein Recht darauf, ihre individuellen Möglichkeiten und Stärken voll und ungestört entfalten zu dürfen. Diese Chance wird ihnen durch die TANDiEM gGmbH auf sehr überzeugende Weise geboten, denn dieses Konzept vermittelt ihnen neben der beruflichen Perspektive auch einen für sie und ihr weiteres Leben ganz besonders wichtigen Zuwachs an Selbstwertgefühl und sozialer Kompetenz. Die Begegnung mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen des Anna-Haag-Hauses und der Einblick in die großartige Arbeit dieser Bad Cannstatter Institution, die dort mit so viel Engagement und natürlicher Herzlichkeit geleistet wird, erfüllen mich mit großer Freude.“ Gisela Klaiber Projektpatin TANDiEM PS: Mehr Information unter www.annahaaghaus.de |
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