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| SELF Kassel e.V. Fuß fassen durch Bildungserfolg (D) Die Kasseler Psychotherapeutin Alexandra von Hippel lernte in ihrer Praxis immer wieder junge Menschen kennen, Migran- tInnen, teilweise Flüchtlinge, die ohne Eltern oder familiäre Unterstützung hier leben, die Oberstufe besuchen, das Abitur und ein Studium oder eine qualifizierende Berufsausbildung anstreben. Immer wieder erfuhr die Therapeutin, in welch hohem Maße und wie vielfältig diese Heran- wachsenden benachteiligt sind, aber auch welche enormen persönlichen und intellek- tuellen Ressourcen und Potenziale sie entfalten können, wenn sie Kontakt, Un- terstützung und Begleitung erhalten. |
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Sie sind Jugendliche im Alter zwischen 16 und 23 Jahren, sie leben in emotionaler |
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„Wir sind alleinerziehende Kinder“* |
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Der Besuch einer Oberstufe, verbunden mit einem intensiven Bildungs- und Auf- *) Zitat einer Jugendlichen |
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| Die Louis Leitz Stiftung ermöglicht den Start des Projektes SELF Kassel e.V. wurde Ende 2009 als gemeinnütziger Verein gegründet, nach- dem die Louis Leitz Stiftung eine An- schub finanzierung zugesagt hatte. Mit den Fördermitteln für das Jahr 2010 konnte eine Honorarkraft eingestellt werden und die Arbeit beginnen. Fünf junge Frauen mit Förderungsbedarf und Ideen, wie ein Projekt ihnen hilfreich sein könne, engagierten sich von Beginn an, brachten ihre Bedürfnisse und ihre Mit- arbeit ein. Weitere Interessierte gesellten sich schnell hinzu. |
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| Die Betroffenen selbst beraten, was sie brauchen Sie formulieren die Ziele des Vereins wie folgt: Workcamp-Aufenthalte im Ausland Mitglieder mit Bildungskompetenz Studien-, Berufs- und Arbeitswelt |
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Neben individueller Beratung geben regelmäßige, sozialpädagogisch betreute Treffen Rückhalt und den Zugang zu den Hilfeangeboten. Dort beraten die Mitglieder in intensiver Diskussion, wie Fördermittel sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden können. Jedes Mitglied, das Fördermittel beanspruchen möchte, begründet seinen Bedarf und stellt sich kritischen Fragen. Sie überlegen, wer was braucht, wem was nützt, was fehlt. Wie kommt man mit so einem geringen monatlichen Budget aus? Wie ernährt und versorgt man sich dennoch sinnvoll? Und wie kann man die Lern- mittel bezahlen, die in der Oberstufe benötigt werden? Wie sieht eine angemessene Lernumgebung aus? Sie diskutieren gemeinsam und lernen miteinander und voneinander. Die materiellen Hilfen, die einzelne Mitglieder erhalten können, sind z.B. ein Laptop, ein Schreibtisch oder Ordnungsmittel. Oder ein Zuschuss, der die Teilnahme am Abi- Ball oder einer Klassenfahrt ermöglicht, oder die Unterstützung eines Workcamp- Aufenthaltes im Ausland, um die Sprachfertigkeit zu fördern. Die Angebote umfassen auch den Besuch kultureller Veranstaltungen (Theater), Fahrten zu Universitäten zur Studienorientierung, gemeinsame Aktivitäten. Die sozialpädagogische Leitung berät und leistet persönliche Unterstützung und vermittelt bei Bedarf eine psychotherapeutische Begleitung. |
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| Der Verein ist die gemeinsame Plattform Mitglieder sind Hilfesuchende wie auch ehrenamtliche UnterstützerInnen, Stu- dentInnen sowie weitere Interessierte. Die ehrenamtlichen NachhilfelehrerInnen wurden über das Schwarze Brett der Uni- versität gefunden; auch sie engagieren sich auf Ebene des Vereins. Sie stellen Kontakte und Hilfen sowie professionelles Know-How zur Verfügung und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Die meisten haben selbst einen Migrationshintergrund und können daher in unterschiedlichen Rollen aktiv werden. Mitgliederversammlungen finden mehrmals im Jahr statt. Berichte über die Entwick- |
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lung des Vereins, über Erfolge, Herausforderungen und Ziele, sowie persönliche |
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| „So stelle ich mir Integration vor“** Schnell haben sich Strukturen gegen- seitiger Hilfe und gegenseitigen Aus- tauschs herausgebildet. Wer etwas be- kommt hat auch etwas zu geben. Dieses gegenseitige Geben und Nehmen der unterstützten Mitglieder wie auch der ehrenamtlichen UnterstützerInnen und |
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Interessierten ist das Besondere an SELF Kassel e.V. **) Zitat der Projektgründerin |
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| Kooperation und Vernetzung Die pädagogische Mitarbeiterin des Vereins hat das erste Jahr genutzt, um den neuen Verein mit seinem interes- santen Angebot bei anderen Trägern sozialer Arbeit bekannt zu machen und Kooperationen zu knüpfen. Sie hat erfolg- reich Förderer angesprochen und Landes- mittel eingeworben. SELF Kassel e.V. wurde Bestandteil des Landesprogrammes Modellregion Integration’. Mit den Mitteln des Landes wird der Bereich „Freiwilligen- Management“ ausgebaut, Workcamps im Ausland und Praktika können vermehrt angeboten und unterstützt werden. |
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| Die Louis Leitz Stiftung fördert den weiteren Ausbau dieses überaus erfolgreichen Projektes und möchte zur Nachahmung in anderen Städten ermutigen. Warum gerade SELF? „Integration - jenseits aller Schlagwortpolitik - ist eine drängende Aufgabe für uns alle, und sie ist eine soziale und kulturelle Bereicherung für jeden von uns. So erleben wir es auch bei SELF, diesem neuen und außergewöhnlichen Projekt. Außergewöhnlich für uns ist die, wie selbstverständlich, gelebte Integration, die es auch uns als Projektpatinnen erlaubt, an dem gemeinsamen Prozess von Geben und Nehmen teilzuhaben. SELF – Selbstbewusst Engagiert Lernen und Fördern – so stand es im Förderantrag. Die Mitglieder gaben sich das Motto „Fuß fassen durch Bildungserfolg“. Wir freuen uns, dass unsere Stiftung diese jungen Menschen darin unterstützt, selbstbewusst und unabhängig ihren Platz in unserer Gesellschaft zu suchen und sich hier willkommen und erwünscht zu fühlen.“ Gisela Klaiber und Ute Leitz Projektpatinnen SELF Kassel e.V. PS: Mehr Informationen zum Projekt siehe Flyer_SELF |
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